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Früherkennung von Morbus Alzheimer
Eine verlässliche Früherkennung von Morbus Alzheimer ist schwierig. Es gibt aber neuropsychologische Tests und bildgebende Verfahren.
Morbus Alzheimer

Früherkennung von Morbus Alzheimer

Nach gegenwärtigem Stand der Forschung kann Morbus Alzheimer nicht diagnostiziert werden, solange noch keine entsprechenden Symptome aufgetreten sind. Wenn aufgrund geringfügiger Symptome ein Verdacht auf Alzheimer besteht, kommen verschiedene Verfahren zur Diagnose infrage.

Verfahren zur Früherkennung

Es gibt z. B. zur Früherkennung von Morbus Alzheimer neuropsychologische Testverfahren. Diese zeigen auf, ob das episodische Gedächtnis bereits beeinträchtigt ist, ob also das Lernen und Erinnern von neuen Informationen eingeschränkt ist. Auch Untersuchungen von Blutproben im Labor sind möglich. Mit bildgebenden Methoden wie z. B. der Kernspintomografie lässt sich klären, ob bereits eine Verkleinerung der Hirnrinde im Bereich der Schläfenlappen vorliegt. Eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET) dient dazu, die Stoffwechselaktivität im Gehirn zu messen. Ein reduzierter Stoffwechsel in bestimmten Gehirnbereichen macht Alzheimer sehr wahrscheinlich.

Die Liquordiagnostik ist ein wichtiges Verfahren im Bereich der Neurologie. Die häufigste Methode zur Gewinnung des zu untersuchenden Liquors ist die Lumbalpunktion. Hierfür wird Nervenwasser aus der Wirbelsäule entnommen. In diesem Zusammenhang werden bestimmte Eiweiße gesucht. Eine Kombination aus Gedächtnistests und PET oder Liquoruntersuchung kann eine Früherkennung mit einer Genauigkeit von mehr als 90 Prozent ermöglichen. Forschungen sollen es ermöglichen, zukünftig mit einem Bluttest Alzheimer früher zu erkennen.

Ist LKB eine Vorstufe von Morbus Alzheimer?

In der Regel beginnen die Symptome und Beschwerden bei Morbus Alzheimer langsam und schleichend. Daher gilt es als Streitpunkt unter Medizinern, ob eine sogenannte leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB) als Vorstufe von Alzheimer anzusehen ist. Eine LKB ist eine Veränderung des Gedächtnisses. Die Betroffenen haben beständig Probleme mit dem Erinnern und dem Gedächtnis, haben aber keine Zustände von Verwirrung, leiden nicht unter einem Mangel an Aufmerksamkeit und auch nicht unter Schwierigkeiten des sprachlichen Vermögens.

Früherkennung von erblichem Alzheimer

Wenn man die sehr seltene vererbte Form von Alzheimer früh erkennen will, untersucht man mittels Gentest das Erbgut auf Veränderungen. Die vererbte Form stellt weniger als 1 Prozent aller Alzheimer-Fälle dar. Diese Früherkennung wird meist bei Angehörigen von Alzheimer-Patienten angewandt, die eine Erbgutveränderung aufweisen.

Fedor Singer